Der Osmanische Bürgerkrieg

Aktualisiert: 24. Dez 2020

Das Osmanische Interregnum war eigentlich ein Bürgerkrieg zwischen 1402 und 1413, also etwas mehr als ein Jahrhundert nach dem Beginn des Osmanischen Reiches, welcher als der erste Bürgerkrieg im Osmanischen Reich in die Geschichte einging. Er fand zwischen den Söhnen von Sultan Bayezid I. (s. unten) nach der Niederlage ihres Vaters in der Schlacht von Ankara am 20. Juli 1402 statt.

Bayezids Söhne İsa Çelebi, Musa Çelebi, Süleyman Çelebi (s. unten) Mustafa Çelebi und Muhammad (Mehmed) Çelebi, bekämpften sich in diesem Interregnum, was etwas weniger als 11 Jahre dauerte.


İsa Çelebi, Musa Çelebi,

Süleyman Çelebi


Muhammad Çelebi (Mehmed I) (s. unten) ging in der Schlacht von Çamurlu am 5. Juli 1413, als Sieger hervor und krönte sich selbst zum Sultan. Er stellte das Reich wieder her und erneuerte dessen Macht und Kraft. Während des Interregnums prägte nur Muhammad Çelebi Münzen mit dem Titel Sultan.

Sein ältester Bruder, Süleyman, hatte die Hauptstadt seines Reiches in Edirne (Adrianopel), regierte Bulgarien, ganz Thrakien und Nordgriechenland.


Der zweite Sohn, İsa Çelebi, etablierte sich als unabhängiger Herrscher in Bursa, und Mohammad bildete ein Königreich in Amasya. Diese zwei Brüder bekämpften sich bis Mohammad Bursa besetzte und Isa nach seiner Flucht von Agenten Mohammeds getötet wurde.


Nach Isa's Tod mischte sich Süleyman in den Krieg ein war zunächst erfolgreich. Er drang in Anatolien ein und eroberte erst Bursa im März 1404 und später im selben Jahr Ankara.

Muhammad stellte einen Antrag auf Freilassung seines Bruders Musa Çelebi, der in der Schlacht von Ankara von Timur gefangen genommen worden war. Timur ließ ihn frei und Muhammad schickte Musa mit einer kleinen Truppe über das Schwarze Meer nach Thrakien, um die Gebiete Süleymans in Südosteuropa anzugreifen.


Dieses Manöver erinnerte Süleyman bald wieder an Thrakien, wo es zu einem kurzen, aber blutigen Wettstreit zwischen ihm und Musa kam. Zunächst war Süleyman im Vorteil, als er 1410 die Schlacht von Kosmidion gewann, doch 1411 lief sein Heer bei Edirne zu Musa über, und Süleyman wurde auf Befehl von Musa hingerichtet. Musa war nun der osmanische Herrscher in Thrakien (s. unten Musa gegen Suleyman).

Dadurch dass der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaiologos der Verbündete Süleymans gewesen war, belagerte Musa Konstantinopel. Manuel rief Muhammad auf, ihn zu beschützen, und machte mehrere erfolglose Salven gegen die Truppen seines Bruders.


Er war gezwungen, den Bosporus erneut zu überqueren, um eine Revolte zu ersticken, die in seinen eigenen Territorien ausgebrochen war. Musa drängte nun auf die Belagerung von Konstantinopel. Mohammad kehrte nach Thrakien zurück und erhielt die Unterstützung von dem serbischen Despoten Stefan Lazarevic.


Die Armeen der rivalisierenden osmanischen Brüder trafen sich in der Ebene von Chamurli (heute Samokov in Bulgarien). Obwohl Musas Osmanen gut kämpften, wurde die Schlacht von Muhammad und seinen Verbündeten gewonnen.


Musa floh, wurde später gefangen genommen und erwürgt. Damit war Muhammad der einzige überlebende Sohn des verstorbenen Sultans Bayezid I. und wurde Sultan Muhammad I (Mehmed I). Das Interregnum war ein markantes Beispiel für den Brudermord, der im zukünftigen Osmanischen Reich üblich werden sollte!


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