Die Wikinger und der Islam Teil 1


"Ich habe noch niemals vorher perfektere Beispiele physischer Art gesehen, lang wie Dattelbäume, blond und rötlich. Jeder Mann hat eine Axt, ein Schwert und ein Messer und behält alles bei sich die ganze Zeit. Die Männer sind tätowiert mit dunkel-grünen Figuren, vom Fingernagel bis zum Halse!“


Diese Worte schrieb der berűmte muslimische Chronist Ibn Fadlan, dessen Risala (Brief) des 9. Jahrhunderts die Menschen, die wir Wikinger nennen, in groβartigen Details beschreibt. Er fűhrte ein Tagebuch, in dem seine Erfahrungen mit den Rus, also den Menschen aus dem hohen Norden entlangs der Wolga sowie auch anderen Völkern, dargestellt werden.



Im Juni 921 wurde Ibn Fadlan von dem abbasidischen Sultan Al Muqtadir als Botschafter nach Skandinavien geschickt. Er verweilte dort fűr ein Jahr und lernte die Sitten und Gebräuche, und die Umgebung und Klima des Gebietes sehr gut kennen.


Ein Jahrhundert später beschrieb At-Tartushi, ein Händler aus Cordoba, einen dänischen Marktplatz. Dies gab uns einen seltenen Einblick in eine nordische Atmosphäre. Andere Muslime wie Al Mas’udi und Al Mukkaddasi waren Pioniere im Feld islamischer Geographie und beschreiben die Rus und die verschiedenen Regionen innerhalb und auβerhalb der islamischen Welt mit Genauigkeit und viel Wissen. Wir wűrden in der Tat sehr wenig űber die Rus wissen, wären wir nicht informiert von diesen muslimischen Chronisten űber ihre Sitten und Gebräuche.


Die Berichte jedoch waren nicht nur positiv und Ibn Fadlan hatte harsche Worte űber die Hygiene der Rus:

"Sie sind die dreckigsten aller Kreaturen Allahs: sie waschen sich nicht nach der Ausscheidung oder dem Urinieren oder wenn sie nach dem Coitus im Staate ritueller Unreinheit sind und waschen nicht mal ihre Hände nach dem Essen."



Er war angewiedert, daβ sie sich gemeinsam in einem Gemeinschaftsbecken waschten, was ein germanischer Brauch war, der verständlicherweise Ekel in einem Muslim auslöste, der sich normalerweise nur in gegossenem oder laufendem Wasser wäscht.


Seine Werke beschreiben arabische Begegnungen mit Skandinaviern in den Gebieten um das Kaspische Meer und der Wolga herum. Dabei unterscheiden sich die Darstellungen stark von den Bildern angsteinflöβender Wikinger der Engländer und Franzosen zum gleichen Zeitpunkt.


Von Mitte des 9. Jahrhundert bis etwa zum Jahre 1000 durchgehen Skandinavier einen Reiseboom. Die Wikinger reisten aus in die Welt um zu erforschen, zu handeln und zu kämpfen. Norweger sind bekannt fűr ihre Angriffe an Westeuropa und die Reisen nach Island, Grönland und Nordamerika.


Skandinavier konnte man fűr Jahrhunderte in den östllichsten Regionen des Kontinents treffen. Sie waren Kämpfer, Händler und einfache Arbeiter.

Die Tűrken und vor allem die Khazaren und Bulgaren waren die Hauptkräfte in der Region als die Rus ankamen.


Fűr eine Anzahl Grűnde wurden die Wikinger im Osten von Historikern im Gegensatz zu den Wikingern, die Richtung Westen auszogen, vernachlässigt. Während des 20. Jahrhunderts war es äuβerst schwer fűr westeuropäische Forscher, Artefakten in den kommunistischen Staaten zu erforschen.


Ende von Teil 1.

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